The Power of Thinking
StartseiteIhr TrainerSeminareBeratungDas BuchPresseberichteFormularImpressum

Hier finden Sie einige Presseberichte zum Thema Team Excellence:

DER SPIEGEL 51/2000:
Interview mit Dr. de Bono

SAS People Development 12/2000:
Critical Mass Strategy

management & training 3/2000:
Bosch setzt weltweit auf Kreativitätstraining

DIE WELT vom 15.02.1999:
Kreative Ideen aus den Hüten gezaubert.

Blick durch die Wirtschaft vom 24.06.1998:
Die sechs Hüte des Denkens.

Wermelskirchener General Anzeiger vom 17.09.1997:
Ideen sprießen unter dem grünen Hut

Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation (2009):
Create2009

Die Robert Bosch GmbH ist das erste deutsche Großunternehmen, das die Denkmethode Kreativität weltweit auf allen Organisationsstufen verbreitet. Zeitgleich mit den Schulungen auf der Stuttgarter Schillerhöhe laufen unternehmensinterne Seminare in der Türkei, in Portugal und in England in der jeweiligen Landessprache an. Über Ziele und Umsetzung des Kreativitätstrainings berichtet Rosemarie Fiedler-Winter in diesem Beitrag.

Nach der Devise "Hauptsache locker" lauschen achtzehn Midlife-Manager aus Top-Positionen aufmerksam und hemdsärmelig ihrem Trainer. 35 Grad Außentemperatur geben den wohl temperierten Seminarräumen der Bosch-Zentrale in Gerlingen bei Stuttgart Zufluchtcharakter. Der Referent hat obendrein das Engagement seiner Hörer von innen angeheizt - 16 Stunden lang, auf zweieinhalb Tage verteilt. Es geht um Kreativität. Ein Vorgang, der sich zurzeit im Einzugsbereich des Bosch-Zünders auf vielen Ebenen wiederholt, denn die Robert Bosch GmbH ist das erste deutsche Großunternehmen, das die Denkmethode des Engländers Edward de Bono jetzt weltweit auf allen Organisationsstufen verbreitet. Zeitgleich mit den Schulungen auf der Stuttgarter Schillerhöhe laufen unternehmensinterne Seminare in der Türkei, in Portugal und in England an. Jeweils in der Landessprache, versteht sich. Innovationsfähigkeit fördern.
Auf deutschem Boden, so heißt es, sei man in den Bereichen Thermotechnik und Elektrowerkzeuge besonders weit fortgeschritten. Ein Fortschritt mit dem Ziel, die Strukturen zu verbessern, die Effizienz zu erhöhen und die interkulturelle Kommunikation zu intensivieren. "Wir wollen die Innovationsfähigkeit des Gesamtunternehmens fördern", erläutert Dr. Thomas Zeller, Leiter des Robert Bosch Kollegs, dem die Organisation dieser Kreativitätstrainings im Hause Bosch übertragen wurde. 150 Spitzenvertreter aus allen Ländern, in denen Bosch vertreten ist, machten mit einer Tagesveranstaltung und dem eigens von der Lagune vor Venedig eingeflogenen Kreativitätsmeister persönlich den Anfang. Das war, laut Zeller, die erste Ebene des Programms der "Einführung der de Bono Methode bei Bosch". Nummer Zwei bilden die "Männer in Weiß". Fast 400 von ihnen konnten bisher der Denke des Meisters teilhaftig werden. Sie entwickelten bei dem Eineinhalb-Tage-Seminar die "Entscheidungsgrundlagen für die Methodeneinführung in den Bereichen". "Wir sollten auch Sachprämien einführen", meint einer von ihnen im Seminar auf der Schillerhöhe, während er sich den Schweiß von der Stirn tupft. Eine auf Flipcharts fixierte Liste von Einführungsvorschlägen für de Bono-Methoden zeigt Umsetzungshinweise wie zum Beispiel "Nutzung von Info-Materialien", "gute Seminaratmosphäre", "zusätzliche Moderatoren" oder auch die "Verbreitung von Ergebnisbeispielen bereits gelaufener Trainings". Das nämlich ist der Nervus rerum. Dafür grassiert jetzt vielerorts, wie Insider es nennen, die "Einladungs-Euphorie" zu Dr. Thomas Zellers dritter und wichtigster Ebene, jener der Nutzung vor Ort.
Sechs Hüte des Denkens
Im Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge ist nach Aussagen ihres Weiterbildungsleiters Ortwin Veile geplant, weltweit 800 Führungskräfte und Mitarbeiter in Gruppen zu jeweils 15 in der Methode der "Sechs Hüte des Denkens" zu schulen. Dabei sitzen Männlein und Weiblein aller Altersstufen, wie es salopp genannt wird, in diesem Falle zwei und einen halben Tag beieinander, um sich in die Geheimnisse des zielgenauen Nachdenkens einführen zu lassen. An der Wand hängt das bereits populäre Plakat mit den sechs de Bono Hüten, die die Seminarteilnehmer im Laufe der Diskussion aufsetzen sollen, um sich auf das von dem jeweiligen Hut repräsentierte Denkziel zu konzentrieren. Zu Beginn des Seminars wird ein beliebiges Thema diskutiert. In unserem Fall stand die in den Konzernen der Gegenwart beliebte Thematik der Verbesserung von interkultureller Kommunikation durch Führungskräfteaustausch auf dem Prüfstand. Nach zehn Minuten wird abgebrochen. Am Schluß der Veranstaltung soll das Thema nochmals aufgegriffen werden. Jetzt geht es zur Sache: Stimmengemurmel. Fragende Blicke. - Der Seminarleiter: "Zunächst nehmen wir alle den weißen Hut." Regelgetreu wird dabei über das Arbeitsthema informiert: "Wie müssen wir künftig mit unseren Praktikanten und Diplomanden besser umgehen, um für unser Haus die besten Kräfte gewinnen zu können?" - Und schon ergreift der Wortführer wiederum symbolisch den nächsten, den roten Hut und bittet sein Auditorium, darüber zu sprechen, welche Gefühle die einzelnen Hörer bewegen, wenn sie mit dem Praktikanten-Thema konfrontiert werden. "Dieses Problem haben wir bisher ja fast immer beiseite geschoben", ruft einer. Ein anderer ergänzt: "Wir müssen alles, was dazu gehört, abteilungsübergreifend abstimmen." Das Ergebnis der roten Runde lautet: Die Praktikantenfrage ist bisher stets ein schwebendes Thema, ein völlig unbearbeitetes Problem geblieben. Der Seminarleiter greift ohne Zögern jetzt zu der gelben Kopfbedeckung. Sie gibt das Signal, um nach den Vorteilen einer möglichen Verbesserung der Praktikanten-Behandlung im Unternehmen zu fragen. Sofort schallt es ihm entgegen: "Damit bauen wir ein besseres Image auf" oder: "Man hat uns stets gesagt, dass wir bei verbesserten Bedingungen auch mit noch besseren Praktikanten rechnen könnten" oder: "Einzelne Arbeitsgebiete könnten dadurch möglicherweise sogar entlastet werden." An dieser Stelle ruft der Seminarleiter sofort den nächsten, den schwarzen Hut auf, der die Kritik herausfordert. Die Teilnehmeräußerungen zu diesem Punkt fallen sparsamer aus, aber es gibt sie. Zum Beispiel: "Das bringt doch alles viel zu viel Verwaltungsaufwand." Als ein anderer dagegen etwas einwenden will, erhält er aus dem Teilnehmerkreis gesagt: "Stop, wir sind beim schwarzen Hut. Der läßt nur kritische Bemerkungen zu. Anderes kommt später an die Reihe." - Keine Diskussion.
Arbeitsaufgabe der Gruppe voranbringen
Schließlich ist das Herzstück der Unternehmung erreicht: der grüne Hut, mit dem der Diskussionsleiter nach neuen Ideen fragt, die die Arbeitsaufgabe der Seminargruppe voranbringen können. Jetzt hagelt es Vorschläge: "Wir müssen vor allem die leistungsfähigen Praktikanten herausfinden."- "Es muß möglich werden, Einzelne sorgfältiger zu beurteilen." - "Die Abteilungsleiter sollten eine Nachwuchsliste anlegen." - "Für die Besten der Praktikanten muß das Unternehmen nachgehende Informationsveranstaltungen durchführen" und so weiter und so fort. Das Ergebnis dieser Runde ist eine Empfehlungsliste, die von Abteilungsleitern und Praktikantenbetreuern, die aus allen Bereichen und von allen Ebenen kommen können, gemeinsam erarbeitet wird. Ziel ist es, optimale Praktikanten für das Unternehmen zu gewinnen. Allein bei EW sind durchgehend 100 Praktikanten und Diplomanden im Haus. Sie gehören zu den zu unterschiedlichen Zeiten übernommenen rund 180 Praktikanten, die alljährlich aus mehreren hundert Bewerbungen für den Bereich Elektrowerkzeuge der Robert Bosch GmbH ausgewählt werden. Das Seminar hat damit seine Schuldigkeit getan. Aber seine Nützlichkeit wird bei Bosch auch noch doppelt bestätigt: Am Ende der Seminararbeit zur vorgegebenen Thematik kommt noch einmal die Auftakt-Diskussion über interkulturelle Kommunikation zum Tragen. Und siehe da, die Teilnehmer brauchen dafür nur noch halb so viel Zeit wie am Anfang und kommen obendrein zu präziseren Ergebnissen. "Wir sind der Meinung, dass wir mit diesem Vorgehen schneller und besser zum Ziel gelangen, als wenn wir uns am Schreibtisch oder in normalen Brainstormings darüber Gedanken machen," kommentiert Weiterbildungsleiter Veile.
Rosemarie Fiedler-Winter, Wirtschaftsjournalistin

Seitenanfang