The Power of Thinking
StartseiteIhr TrainerSeminareBeratungDas BuchPresseberichteFormularImpressum

Hier finden Sie einige Presseberichte zum Thema Team Excellence:

DER SPIEGEL 51/2000:
Interview mit Dr. de Bono

SAS People Development 12/2000:
Critical Mass Strategy

management & training 3/2000:
Bosch setzt weltweit auf Kreativitätstraining

DIE WELT vom 15.02.1999:
Kreative Ideen aus den Hüten gezaubert.

Blick durch die Wirtschaft vom 24.06.1998:
Die sechs Hüte des Denkens.

Wermelskirchener General Anzeiger vom 17.09.1997:
Ideen sprießen unter dem grünen Hut

Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation (2009):
Create2009

In Konferenzen wird viel Zeit vergeudet - Edward de Bono zeigt, wie es einfacher und effektiver geht VON AXEL GLOGER

Köln - Eine Kostensenkung um fünf oder zehn Prozent würde jedem Unternehmer Freude machen. Die Börsianer rufen täglich nach Shareholder Value, also Ertragssteigerungen. Unternehmen suchen ohne Pause nach Möglichkeiten, ihren Aufwand zu senken. Jedes Prozent weniger Kosten, das zur Produktivitätssteigerung führt, ist eine Goldader für mehr Gewinn. Edward de Bono macht auf eine Quelle von mehr Produktivität aufmerksam, die hierzulande noch wenig genutzt wird. Der gebürtige Maltese und international agierende Management-Denker macht seine Rechnung auf: "Vier von zehn Arbeitsstunden verbringt jeder Konzernmanager in Besprechungen. Alle sind unzufrieden, weil die Zusammenkünfte stets zu lange dauern. Gelänge es, die Dauer der Meetings auf die Hälfte zu reduzieren, wären zwei Stunden gewonnen. So stünden 20 Prozent mehr Arbeitszeit zur Verfügung. Das wäre so, als hätte man ein Fünftel mehr Manager - aber ohne einen einzigen zusätzlich einzustellen." Faszinierender Gedanke: Ein Konzern, der 10 000 Manager beschäftigt, bekäme die Arbeitsleistung von 12 000, in Zeiten knapper Management-Kapazität ein aussichtsreicher Weg für die Unternehmen, dem Talent-Engpaß zu entgehen.

De Bono unterstreicht, wie groß der Gewinn sein kann, wenn die Arbeit der Verantwortungsträger besser organisiert würde: Beim Maschinenbau- und Elektrokonzern ABB hätte ein Projekt bei normaler Bearbeitung 20 Tage gebraucht. Durch Anwendung "einiger neuer Denkwerkzeuge" ließ sich die Diskussionszeit auf zwei Tage reduzieren. Den norwegischen Ölkonzern Statoil drängte die Zeit, jede Ausfallstunde schlug mit 100 000 Dollar zusätzlicher Kosten zu Buche. Durch Anwendung der von de Bono entwickelten Denkwerkzeuge gelang es, die Dauer für die Bearbeitung eines Vorgangs von normalerweise sechs Tagen auf zwölf Minuten zu reduzieren.

Die Beispiele sind echt. De Bonos Beratungsleistung lassen sich die Unternehmen viel kosten. Der Management-Denker ist weltweit einer der Bestbezahlten seiner Zunft. Pro Tag kann er für sein Wirken 50 000 Dollar in Rechnung stellen. Die Nachfrage nach de Bono-Tagen ist hoch. Der 68jährige ist jedes Jahr mehr als 150 Tage unterwegs, berät Unternehmen in Amerika, Europa, Asien und Australien. Der Vielflieger (rund 350 000 Flugkilometer im Jahr, soviel wie acht Erdumrundungen) scheint selbst der beste Anwender seiner Arbeitstechniken zu sein. Bei all seinem Tun hat er sich Zeitreserven erschlossen, um bisher 48 Bücher zu schreiben.

Seine Methode stellt de Bono unter die Überschrift "Serious Creativity", ernsthafte Kreativität. Ernsthaft, weil seine Weisheiten einfach sind und schnell Ergebnisse bringen. Wenn er antritt, um Konferenzen produktiver zu machen, verwendet er die "Six Thinking Hats Method", die Methode der sechs Denkhüte. Dabei vergibt er Hüte in Weiß, Rot, Schwarz, Gelb, Grün und Blau. In einer Besprechung ordnet jeder seine Aussagen einer bestimmten Rolle - und damit einer Hutfarbe - zu. Mit dem weißen Hut werden Informationen gesammelt, der rote läßt emotionalen Reaktionen freien Lauf, der schwarze verlangt Kritik, der gelbe Nutzanwendungshinweise, der grüne neue Ideen, mit dem blauen Hut wird entschieden. Was verwirrend klingt, ist in der Praxis einfach. Kinder verstehen die Methode intuitiv. De Bono setzte sie auch ein, um südafrikanische Minenarbeiter untertage produktiver zu machen. Die Männer konnten weder lesen noch schreiben, aber mit Anwendung der Sechshütemethode wurde die Pannenrate im Diamantbergwerk um 90 Prozent reduziert. Wenn de Bono auf Konferenzen auftritt, schafft er es, einer Hundertschaft von Managern seine Methode in zwei Stunden nahezubringen, praktische Übungen eingeschlossen.

Die Sechshüte-Methode ist ein Zeitraffer für Abstimmungsprozesse. Sie umgeht die üblichen Schwierigkeiten in Diskussionen: Emotion wird nicht unterdrückt, nur anders zugeordnet. Gefühle werden von der Sachbesprechung abgetrennt und durch das Aufsetzen des roten Hutes offengelegt werden. Hilflosigkeit gegenüber großen Themen ("Wo sollen wir anfangen?") wird vermieden, da ein universell anwendbares Werkzeug zur Strukturierung zur Verfügung steht. Konfusion kann aufgefangen werden, weil Besprechungsteilnehmer nicht mehr an alle Punkte gleichzeitig denken müssen - die Methode sortiert. Außerdem wird die zerstörerische Kraft von Bedenkenträgern eingegrenzt, da Bedenken nur unter dem schwarzen Hut gesagt werden dürfen. Wie wirksam die Methode ist, zeigt de Bono an einem Beispiel: "Hundert Manager, die die Methode eine Stunde zuvor kennengelernt hatten, sollen das Thema Einführung von Telearbeitsplätzen besprechen. Mit Hilfe der Hüte-Methode dauert das elf Minuten, und alles, was zum Thema zu sagen ist, wurde hervorgeholt. Ende der Diskussion. Ohne die Hüte", so de Bono, "hätte das drei Stunden gedauert, ohne greifbares Ergebnis."

Viele Unternehmen in aller Welt wenden regelmäßig die einfache Methode des Hütepredigers an, so etwa British Airways, IBM, Nestl'e, Hewlett Packard, IKEA und Shell. Der deutsche Markt hat de Bono bisher nur zögernd aufgenommen. Bei Bosch gibt es ein Projekt auf Vorstandsebene. Von den Großunternehmen sind nur Siemens und die Ruhrkohle AG Anwender, außerdem die mittelständische Baumarktkette OBI. Checklistengewöhnte Amerikaner können sich viel eher als Deutsche mit einer Methode vertraut machen, die einfach und spielerisch daherkommt. So haben es auch deutsche de Bono-Schüler schwer. Kommen sie von einem Seminar zurück, sind sie alleingelassen mit der schönen Methode: Die Kollegen verfahren weiter so, wie sie es gewohnt sind.

Seitenanfang