The Power of Thinking
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Hier finden Sie einige Presseberichte zum Thema Team Excellence:

DER SPIEGEL 51/2000:
Interview mit Dr. de Bono

SAS People Development 12/2000:
Critical Mass Strategy

management & training 3/2000:
Bosch setzt weltweit auf Kreativitätstraining

DIE WELT vom 15.02.1999:
Kreative Ideen aus den Hüten gezaubert.

Blick durch die Wirtschaft vom 24.06.1998:
Die sechs Hüte des Denkens.

Wermelskirchener General Anzeiger vom 17.09.1997:
Ideen sprießen unter dem grünen Hut

Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation (2009):
Create2009

PLATO HAT UNS VERDORBEN
Kreativitäts-Guru Edward de Bono über die Möglichkeiten, Menschen zu größerem Ideenreichtum zu verhelfen.

SPIEGEL: Herr de Bono, überall lassen sich Manager, Bürokraten und Wissenschaftler von Ihnen zu kreativen Denkern schulen. Warum fällt es Ihrer Klientel so schwer, Ideen zu haben?
De Bono: Die Voraussetzung für jede Kreativität ist, dass man die Frage stellt: Was wird sein? Wir analysieren jedoch statt dessen ständig, was ist. Wir wollen alles um uns herum als Standardsituationen erkennen, zu denen unsere Standardantworten passen. Sokrates, Plato, Aristoteles und die Renaissance haben uns völlig verdorben.
SPIEGEL: Wie bitte?
De Bono: Die Renaissance war das größte intellektuelle Desaster. Recht, Kunst, Architektur - an die Stelle von alten Dogmen traten neue. So hat sich ein Kanon erlaubter Gedanken durchgesetzt. Wir haben diese Denkmuster gespeichert. Kreative Ideen entstehen aber nur dann, wenn sich Informationen nicht einer Hauptstruktur zuordnen. Deshalb bin ich auf Denktechniken wie das "laterale Denken" gestoßen. Man schafft mentale Provokationen, damit die Gedanken der bekannten Bahn, "dem Informationshighway", entkommen.
SPIEGEL: Was sind solche Provokationen?
De Bono: Es sind Reiz-Aussagen. Verzerrungen, Übertreibungen, Wünsche. Sie beschreiben keinen tatsächlichen Zustand, sondern sollen bei der Suche nach Ideen unser Gehirn aktivieren. "Man stirbt, bevor man stirbt" zum Beispiel ist so eine Provokation. Sie hat zu der erfolgreichen Idee geführt, Lebensversicherungen auch vor dem Tod des Versicherten auszuzahlen. Kreativität ist eine Frage von Methoden. Je früher man sie erlernt, umso besser.
SPIEGEL: Denken als Schulfach?
De Bono: Ja. Lehrer behaupten zwar immer, ihr Unterricht würde den Geist der Schüler trainieren. Aber das ist Quatsch. Sie pressen Wissen in die Kinder, ohne ihnen ein Denk-Instrumentarium zur Verfügung zu stellen. An den meisten europäischen Bildungseinrichtungen werden zwei Drittel des Talents verschwendet. Viele leistungsschwache Schüler sind die besseren kreativen Köpfe.
SPIEGEL: Zeigt sich das dann wenigstens nach der Schule?
De Bono: Wer wegen schlechter Zeugnisse erst gar nicht eingestellt wird, hat auch keine Chance, sich im Job zu beweisen. Dabei werden sich Firmen in Zukunft nur noch durch Kreativität unterscheiden. Man wird seinen Marktwert nur noch durch ungewöhnliche Ideen behaupten können.
SPIEGEL: Wie können Firmen innovativer werden?
De Bono: Viele große Unternehmen erkaufen sich Pseudo-Innovation, neue Ideen und Märkte, indem sie fusionieren. Was für trostlose Business-Strategien! In Zukunft wird es mehr Ideenagenturen geben müssen, die den Firmen ihre Dienste anbieten. Wir müssen dem neuen Zeitalter mit Kreativität begegnen.
SPIEGEL: Rennen Sie da nicht offene Türen ein? Schließlich erlebt die Hightech-Branche gerade einen Innovationsboom.
De Bono: Wir brauchen ein Zeitalter der "value-creation" . Wir müssen mit Hilfe von Technologie und Wissen erkennen, was für die Gesellschaft von Wert sein kann. Etliche Maler und Architekten arbeiten mit meiner Methode, Musiker wie die Eurythmics, die Petshop-Boys oder Peter Gabriel. Wenn sie ein Werk beginnen, starten sie bei Null.
SPIEGEL: Kreativitätsübungen sind nicht neu. Brainstorming zum Beispiel.
De Bono: Brainstorming ist nicht zielgerichtet. Es ist unsinnig zu glauben, dass Kreativität bereits zu Stande kommt, wenn jeder uneingeschränkt sagen kann, was ihm in den Sinn kommt. So wie ein Gefesselter nicht plötzlich Geige spielen kann, nur weil man die Stricke durchschneidet.
SPIEGEL: Aber lässt sich Kreativität lernen wie Geige spielen?
De Bono: Man kann eine Gruppe in parallelem Denken trainieren. Alle Beteiligten müssen gemeinsam in alle möglichen Richtungen denken, statt gegeneinander zu argumentieren. Damit lässt sich die Dauer von Meetings um 75 Prozent reduzieren. Solche Konferenzen sind frei von Streit und Egotrips und konzentrieren die versammelte Intelligenz, die Erfahrung und das Wissen.
SPIEGEL: Haben Sie Vorschläge für mehr Innovation in Politik und Verwaltung?
De Bono: Man könnte zum Beispiel für langjährige Minderheitenparteien eine Art finanzieller Kompensation einführen - verlieren sie die Wahlen, müssen ihre Wähler 10 Prozent weniger Steuern zahlen. Die regierende Partei würde sofort mit mehr Effizienz und Kreativität arbeiten.
SPIEGEL: Wie provozieren Sie sich selbst eigentlich mental, wenn Sie mal ein Kreativitätsproblem haben?
De Bono: Ich fühle mich eigentlich immer hinreichend kreativ. Manchmal muss ich mich nur entscheiden, in welchem Bereich ich es nun gerade sein möchte.
SPIEGEL: Das klingt recht einfach.
De Bono: Wenn ich mich entscheide, ein neues Buch zu schreiben, mache ich es eben. Wenn ich nicht weiter weiß, benutze ich ein paar meiner Techniken. Doch aufs Ganze gesehen ist die Situation desaströs: Denken ist absolut unverzichtbar, um die Zukunft zu gestalten. Und trotzdem gibt es nicht eine einzige Universität in der Welt, die eine Fakultät für Denken hat.
SPIEGEL: Und was geschieht in Fächern wie Philosophie, Psychologie, Mathematik?
De Bono: Ich meine ein generelles Denken, bei dem es erst einmal um Techniken und nicht um Inhalte geht. Die meisten Menschen glauben, sie seien kreativ, wenn sie auf ihrem Gebiet Anerkennung bekommen. Ich habe Investment-Analysten in Amerika einmal aufgefordert, sich Punkte von 1 bis l0 für ihre eigene Denkfähigkeit zu geben. Der Durchschnitt war 8,7. Sie hielten sich für nahezu perfekt. Dabei sprühten sie nun wirklich nicht vor Ideen.
SPIEGEL: Sind Ihre Kreativ-Methoden nicht nur vornehme Etiketten für gesunden Menschenverstand?
De Bono: Im Nachhinein ist jede neue Idee logisch. Stellt sich nur die Frage, warum es sie nicht schon 200 Jahre früher gab.
INTERVIEW: KATJA THIMM

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